Buazlbam

1. I Sitz
2. Auf da Wöd
3. Buazlbam
4. Famülje
5. Die Liebenden hinterm Licht
6. Ganz automatisch
7. Una Cosa Especial
8. Wir findens ned
9. Da Lästige
10. Bissl schief
11. Du

 

I sitz

I sitz so gern und schau anfoch in d’Luft,
vielleicht riach i vo Rosn oda frischem Brot den Duft
da Kopf hängt schief, die Wöd is grod
Weiß is die Unschuid und schwoaz da Tod.

I sitz so gern und schau afoch aufs Wossa
des dunkle Denkn jetzt, des bitte loss ma
die Sun geht ham, die Woikn ziagn
ned zu vü denkn, ned z’ vü gspian

I sitz so gern und schau afoch auf’d Wiesn
vom See her winkn lustig die Markisn
weit is die Gegend, es fliagn die Schwoibm
da Obmd is jung und stü voroim

I sitz so gern und hea afoch die Grüün
jetzt foi ma’d Augn zua… widawün
da Kopf kippt und es kippt die Kloaheit
weg is des Gwicht und weg die Woaheit

I sitz so gean und gspia afoch wos olles gibt
heit hom se sicha Millionen Leit valiebt
gstuabm wiad no imma und neu geborn
grod homma’s gfundn und scho valoan

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Auf da wöd

Do rennans ummanaunda, auf da wöd, die leid,
Dem an is fad, da aundare hot ka zeit
maunche hobm zvü, maunche goa ka göd,
Wea kans hot bleibt üwa, jo so is auf da wöd.

Dostehn und woatn und hoffnungsvoll schaun,
Wirklich gean wuin doch si anfoch net traun
Er tät so gean zu ihr gehn und steht do wie bestöt
II:Owa leida net oghoit, jo so is auf da wöd.:II

Stockfinsta haßt das ma nix mea sicht,
Und samma si ealich: dann hätt ma gean licht
Wö wann ma wos segn wü und nix sicht, is‘s öd,
Amoi hell amoi dunkl, jo so is‘s auf da wöd.

Er hot schwitzige händ, endlich reißt’a si z’samm,
Geht zum telefon, weu jetzt ruaft er sie an
Er is gaunz auf ein erstes rendevous eing’stöt,
II:Owa sie hebt net o, jo so is auf da wöd:II

In da fruah geht die sun auf und unta auf’d Nocht
waun’s stürmt und‘ regnet wean die Fensta zua gmocht
bleibms offn, regnts eini, des hot daun no gföht,
da Packettbodn is hin, jo so is auf da Wöd.

im Supamoakt sieht er sie dann, es trifft ihn der Schlog,
jetzt wird ihm erscht kloa wie gern er sie mog
er wü zu ihr hin, des is des anzige wos zöht,
owa er schoffts anfoch net, jo so is auf da wöd

seit 15 jahren vasucht er’s jetzt schon,
an sie ranzukommen und sie waß nix davon
a anzigs moi hot er sich vor sie hingstölt,
…….Entschuldigung
er hot Entschuldigung g’sogt, jo so is auf da Wöd.

Olles und immer, so hätte ma’s hoit gern,
owa immer olles tät a langweilig wer’n
so waß ma hoit nie wos ma hat, wos an föht,
II:moi dies moi jenes, jo so is auf da Wöd :II

Ma kennt endlos so weidaduan, G’schichtln gibt’s gnua,
Owa irgendwaun braucht a jeda sei rua
Außerdem howi jetzt eh scho vüz’vü dazöht,
II:Wö weniga is mea, jo so is‘s auf da wöd:II

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Buazlbam

Wir san in letzter Zeit a bissl komisch wordn,
doch glaub ma ‘s liegt bestimmt ned nur an mir.
Wir hobm a bissl unsere Linie verlor’n,
du sogst owa es liegt a ned an dir.

So schiab’ ma uns die G’schicht hoit immer hin und her,
wö kana von uns unguat dostehn wü.
Das Ego is a Hund, und zrucksteckn is schwer,
doch kumm ma so bestimmt net an a Zü.

Burzelbam, i schlog Burzelbam
wö i ned waß wia’s weiter geht,
Burzelbam, sie schlogt Burzelbam
wö sie mi nimmer ganz vasteht.

A jeda denkt bei sich: die Wöd g’heat mir allein
und wer’s ned glaubt, der kriagts mit mir zu tun.
Was immer mir sich bietet, des steck ich ein
und bau mir dann ein’ Zaun um mich herum.

Da Fritz, da Max, die Lisl und no andere Leit,
fühl’n sich in ihrer Ruhe sehr gestört,
sie haun am Tisch oda ins G’sicht, sie sind bereit,
wei’d Wöd jetzt nimma ihnen ganz allein gheat.

Burzelbam, das Land schlogt Burzelbam,
wö’d Leit glaubm, das wos hergebm soin,
Burzelbam, das Land schlogt Burzelbam,
wö do jetzt a no andere lebm woin.

Zur Zeit do holpert und do stolpert der Planet,
grad so ois ob er keine Kugel wär’
und olles draht si nur um Wirtschoft, Mocht und Göd,
die meisten Leit kapiern des eh ned mehr.

So steh’ma do und frogn uns wia des kumman is,
wos mit uns gschicht und wie’s jetzt weita geht,
wir können nimma zruck, das is gewiß,
owa so weitertuan kemma ned.

Burzelbam, die Wöd schlogt Burzelbam
und des schon vüle milliarden Joah
Burzelbam, die Wöd schlogt Burzelbam,
vielleicht wös ohne Menschen bessa woa.

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Famülje

Wir san olle Kinder, teils Töchter, teils Söhne,
meist gut erzogen, mit Blick für das Schöne,
es heißt brav und vernünftig sein, entsprechen, parier’n,
und Kinder bleib’ma bis ma d’ Ötan verliern.

Entweder Mutter oder Vater, boid samma selber die Oid’n,
eigentlich hob ma des nie fia möglich g’hoitn,
jetzt haßt’s konsequent sein und si net beschwer’n
und a bissl anders ois uns’re Ötan werd’n.

Wir san Briada oder Schwestern, teils älter teils jünger,
zerscht steckt ma ewig z’samm und dann sicht ma si nimma.
Ma quöt und verehrt si, vüles hosst oda vermisst ma,
Himml, Höll’, Pech und Schwefel, so funktioniern nur G’schwista.

Und so samma, wann’s guat geht, Onkel und Tante,
Cousin oder Cousine, oder sonstwie Verwandte,
Schwieger- oder Schwager, Neffe oder Nichte,
stief oder leiblich, es is a endlose G’schichte.

Egal ob’ in Afrika, Asien, Europa,
es hüft nix, irgendwann wer’ma Oma und Opa.
diskutiert und g’strittn, g’locht und g’reat wird no imma,
und die Klan’ hupfn herum, nur wir leida nimma.

Ref.:
Famülje, das is was sehr Spezielles,
Kompliziertes, Diffuses, was Woames, was Helles.
Famülje is wia a oide Werkstott,
ma geht sötn eine, owa is froh dass ma’s hot.
Famülje, is a kritische Zone,
moi braucht ma Geduid, moi geht’s auch ohne
oft waß ma ned, wie is ma dran
owa letztendlich hoit ma doch imma zsamm.

Famülje, des haßt donnern und blitzn,
bei volle Tölla uman Tisch herum sitzn,
si auf’d Nervn geh’n bei zu vü Wein,
owa irgendwo imma daham zu sein.

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Die Liebenden hintam Licht

i kenn mi ned aus, owa i waß wos i wü
und stü riacht die nocht noch rosn.
da weg is weit, owa i wü zu dir,
wö mit dir mecht i’s Glickheit heit valosn.

i schau aus’m fenster, speraunglweit offn,
dasoffn is draußn da tog,
i gspia die gluad und die hitz in mir
und warum i di so gern mog.

i stö ma di vua, wia’st feixt und lochst,
olles mochst, dass’d wöd funktioniert.
deine kinda vasuagst und dein mann bekochst,
dawö dei heaz explodiert.

wir spün das spiel der spiele, hopp oda dropp,
ob ma gwinnan – wissen wir nicht,
wö eigentlich deafats uns zwa ned gebm,
mia san die liebenden hintam licht.

es is ned vü und doch is es ois
und irgendwann muass i’s hergebm,
owa no is es meins, mei ziemlich feins,
mei klanes geheimes lebm.

i foi vom himmö direkt in die hölle,
und auf die schnölle blinzelt’s lebm mia zua
und dass ma ned soin, owa’s trotzdem tuan,
treibt mi an und loßt ma ka ruah.

du bist die kroft de mi zafetzt
und neich zammensetzt,
wia in an fremdn,sötsamen spü.
as Hirn a bissl besoffn, des Herz z’weit offn,
kenn mi ned aus, owa i waß wos i wü.

wir spün das spiel der spiele, hopp oda dropp,
ob ma gwinnan – wissen wir nicht,
wö eigentlich deafats uns zwa ned gebm,
mia san die liebenden weit hintam licht.

es is ned vü und doch is es ois
und irgendwann muass i’s hergebm,
owa no is es meins, mei ziemlich feins,
mei klanes geheimes lebm.

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Ganz automatisch

Na guade Nocht, heit wiads ned hö,
mi hots uandlich dawischt, das is g’wiß,
und da Mond hängt wia a Schmeaztablettn
in meina traurign Finstanis.
Mia is koit und haß, mi drahts umanand,
i sich nix, ois tuat ma weh,
i zitta, mi beitlts fost ausn Gwand
mia scheint i kann nimma steh.

Wia a nossa Fetzn lieg i herum,
mia is schlecht, i glaub i muaß speibm,
des Schädlweeehh bringt mi fost um,
do kann i nur liegn bleibm.

Ich bitt’ dich, nimm des ned so ernst,
is wird guad, des geht gånz automatisch,
wos du host, hea zua, dass’d no wos leanst,
is bestimmt nua psychosomatisch,
jo, bestimmt nua psychosomatisch.

I dram in letzta Zeit so schlecht,
i trau mi scho goa ned mea schlofn,
und wos i heut no mochn mecht,
wer’ i gaunz bestimmt ned schoffn.
De roten Punktal vua meine Augn
san sicha a ned normal,
i kann ma söwa nimma trau’n
mei Hian oaweit diametral.

So gehts dahin, die Zeit rennt o,
ich glaub ich muß mich beeilen
i kann ned mehr, i gib w. o.
wö ich häng, wie ma sogt, in den Seilen.

Ich bitt’ dich, nimm des ned so ernst,
ois wird guad, des geht gånz automatisch,
wos du host, hea zua, dass’d no wos leanst,
is bestimmt nua psychosomatisch,
jo, bestimmt nua psychosomatisch.

Jetzt bin i scho tot, do wett i wos,
wö i kann mich nicht mehr erheben
und muaß die Rückkehr zum Mutterschoß,
im Zeitraffertempo erleben.
Ein Pfeifen und Sausen in beide Ohr’n,
ein turbulentes Blitzen,
auch hab ich Zeit und Raum verlor’n,
do kumm i direkt ins Schwitzen.

A do schau her, des bin jo i,
wia i die Wöd nimma vasteh,
vo ganz weit obm siech i mi
wia i do lieg und långsåm vageh…

Du host recht, es geht gånz automatisch,
und es is bestimmt psychosomatisch,

gånz automatisch,
nur psychosomatisch…..

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Una Cosa Especial

Am liabstn dat a si vakriachn,
vua da Wöd, mitsamt de Leid,
voa da Zukunft, voa da schiachn
und voa da Vagaunganheit.
Ea gspiats genau, es wird wos kumman,
was ihm nicht behagen könnt
und ea sudat ummadum,
wö ea ned mog wos a ned kennt.

Und so fiacht a si sei Lebm lang
vor ana Eventualität,
denkt nur drån wos Schlimmes gebm kann,
sicht nua des, wie’s ea gern hätt.

Pero, la vida, mi querido,
es una cosa especial,
vagiss dei Angst und a dein Zwida
dann is des Lebm geradezu ideal.

Sie möchte so gern ganz perfekt sein,
hot eh scho so vü richtig gmocht,
owa sie fiacht dass’s no vü zweng is,
jetzt kanns ned schlofn in da Nocht.
Im Lebm kann so vü Schiach’s passieren,
ob ma jung is oda oid,
so steht am Fenster sie sinnierend -
und hot Ångst dass’ owefoit.

Und so fiacht sa sie ihr lebm lång,
dass des kummt wovor’s Angst hot,
sicht nur des wos Schlimmes gebm kann
und denkt traurig: ewig schod.

Pero, la vida, mi querida,
es una cosa especial,
vagiss dei Angst und a dein Zwida,
dann is des Lebm geradezu ideal.

Womöglich san ma olle Waserln,
mit a bissl Denkvermögen,
hoitn uns ån an unsere Glaserln,
bis ma des Lebm dopplt segn.
Jo bitte und dann diskutia ma
üwa Oita, Krånkheit, Tod,
und im besten Foi kapier ma
wie wenig Sinn des Fiachtn hot.

Und so frog ma uns a Lebm lång,
miass ma jetzt Angst hom oda ned,
wenn ma denkt wos olles gebm kann,
is es womöglich eh scho z’spät.

Pero, la vida, mi queridas,
es una cosa especial,
vagesst’s die Angst und a den Zwida,
dann is des Lebm geradezu ideal.

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Wir finden’s ned

Und scho wieda is ana von uns gangan ,
mir scheint mei Joahgang wird jetzt modern,
owa wos nutzt’s, wos wü ma mehr valaungan,
nur net wassrig und ned vabittat werdn.

?Wohin ma ziagn, des kann uns kana sogn,
Mia werdns, wia ma so sogt, dalebm,
no samma do und nirgends aundas
und bitte, wos kann’s schenares gebm.

?Und wir suachn olle von fruah bis spät
und wissen ned wia’s um uns steht,
a jeda probiert wos hoit no geht,
owa wir findn’s ned.

Ois geht so schnö, es fliagn die Dekaden,
oft waß ma ned wos jetzt grod woa,
ganz vaschwommen, wie durch Nebelschwaden,
dann plötzlich wieda sonnenkloa.

Wir schaun aufs Gleiche, doch jeda siecht wos aundas,
wos er hoit grod segn wü.
Illusion oder die Woaheit,
Ana sieht nix, da andare zvü.

?Des Lebm hot jede Menge auf Loga
wia soll ma mit oi dem fertig wer’n
moi kummts recht fett, dann wieda moga
am besten is: nix scheißn und nix schern.

?Und wir suachn olle, wir suachn uns bled
und wissen ned wia’s um uns steht
a jeda probiert, wos hoit no geht
und wir findn’s, wir findn ’s
jo wir findn’s, wir finden’s -
owa z’spät.

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Da Lästige

A Leitausrichta, a Bledheitstrichta,
a Nixvatroga, a Totalvasoga,
a Nervnaufreiba, a Stimmungsvatreiba,
a Owezahra, a Woaheitsvadrahra.

A Liebeszareissa, a Hosnscheissa,
a Stenkarant, a Voiquerulant,
a Hintafotzfetzn, a Voibluatgretzn,
a Schodnfrohlocha, a Immazuamocha.

A Nixgötnlossa, a Pleampü a großa,
a Immazwieda, a Mochgernnieda,
a Profimißgünstling, a Daumpfplaudadünstling,
a Hochaufschneida, a Nixgehtweida,

A Gehörvaschmutza, a Geduidausnutza,
a Inkompetenzling, a ewiga Benzling.
a Schwitzhaunddrucka, a Zammanzucka,
a Hättatätawara, a Rauschkugldrahra.

A Hochdruckzornbeidl, a Obagscheidl.
a Minus, a Anti, a Schleichtseichavanti,
a Rotzglocknschwinga, a Negativbringa,
a Mundstink a saura, a Moginedmaura.

A Ohnedistanzla, a Freundlichschwanzla,
a Schaumschlogdenka, a Nixvaschenka,
a Großgoschquatscha, a Fettnopflatscha
a Wiggl, a Woggl, a Pseudogockl.

Er winkt, kummt zuwa und locht di an,
er is iwaroi wo ma’n ned brauchn kann,
taucht plötzlich auf, woher denn bloß,
gibt da’d Hand, druckt da’d Schuita, du wirst’n nimma los.

Es gibt Leit mit de kummt ma afoch net z’recht,
mit de ma am liabst’n nix z’tuan hom mecht,
owa moment amoi, nua net zweit ausselahna’
womöglich is ma fia’d andern jo genau so ana.

Zerscht saugns di aus und dann quatschns di voi
und erklärn da wie’s geht und wos des oes soi,
sie quatschn di voi und sie saugn di aus
und gebm si am Schluß gern söwa Applaus.

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A bissl schief

Steigst in die U-Bahn, glaubst’s net recht,
ois a bissl schief, net wirklich echt.
Host net gnua g’schlofn und rote Augn,
tuast da schwer mit’m Leit anschau’n.

Olle schiach und fett und blad,
schau’n auf ihr Handy, bled und fad.
Es riacht komisch, a bissl siaß,
ungwoschnes Gwaund, ungwoschne Fiaß.

Auweh,auwehauweh, auweh – auweh

Ana schaut her und du schaust weg,
am Bodn zentimeterdick da Dreck.
Duat ißt wer Wiaschtl mit Senf, Ketchup und Kren,
und de zwa de nebm dia schmusn, san a ned scheen.

Den Fahrschein bitte – ein Kontrollor,
dann dringt plötzlich Musik ans Ohr,
a Kind geht mit am oidn Huat herum,
d’Leit schtön se bled und drahn se um.

Besa me….

Leider muaß i von A noch B,
und des tuat heit uandlich weh,
owa i bin eh boid scho zhaus
und dann schlof i mi richtig aus.

Zug fährtab, es schließt die Tür
dann loß i ‘d U-Bahn hinta mia,
waß, dass wenn i übernachtig bin,
i bessa z’fuaß geh oda a Taxi nimm.

Auweh,auwehauweh, auweh – auweh

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Du

da heabst schmeckt ma bitter
er bringt mi zum rean
gsogt host: i geh jetzt
du woitst nix mea hean

im bauch a gewitta
es riacht ois noch steabn
den gaunzn tog wana
die hoibe nocht plean

du – wos gabat i wannst bei mia wast
du – wos gabat i wannst mi niemois valosst
du – wos gabat i wannst mi dazaahst
du – wos gabat i fia di

da regn wagt ma d’söh auf
nix hod mea passt
du bist afoch gaunga
des lebn is a gfrast

die woikn valian si
im neve und frost
und i wan in da ködn
weust mi stehlossn host

du – wos gabat i wannst zruck kummst zu mia
du – wos gabat i wann i di ned valia
du – wos gabat i fia a auntwuat von dia
du – wos gabat i fia di

da wind reisst ma’s heaz aus
wia die bladln von’d bam
die waads duach a gossn
wo i geh gaunz alaan

i wü ned zu mia z’aus
es is niemand daham
i leg mi in schneeregn
mid an anzign draam

du – wos gabat i wannst bei mia wast
du – wos gabat i wannst mi niemois valosst
du – wos gabat i wannst mi dazaahst
du – wos gabat i fia di

du – wos gabat i wannst zruck kummst zu mia
du – wos gabat i wann i di ned valia
du – wos gabat i fia a auntwuat von dia
du – wos gabat i fia di

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Wos es is

nach’m sommer kommt der winter
und nach’m winter wird’s wieder woam.
wenn ma dann g’schwitzt und uns recht g’freut habm
zieh ma’s gnack ein, ganz dafrorn.

so also geht das immer weiter
moi kriagn ma’s haß, dann wieder koit
amoi regen, dann wieder heiter
zerscht is ma z’jung, dann plötzlich oid

was amoi sein wird kann ma net wissn,
deshalb fürcht ma si oda hofft aufs glick,
was woa, bereut ma oda tuat’s vermissen
zöhn tuat nur der augenblick

es is immer nur wos es grad is
es is net weniger und a net mehr
wir können wünschen, hoffen, jammern
mehr als grad is, gibts lebm net her

das kann viel sein oder z’wenig
irgendwas is es ganz bestimmt
es kommt drauf an wievü ma gspiat
was ma draus macht und wie ma’s nimmt

das lebm is wie a sternspritzer
dort wo die stern fliagn, samma grod
und hörts dann irgendwann auf zum funkn
findn ma’s meisten ziemlich schod,

doch bis dahin werdn ma noch üben
nämlich lochn, springen, jubiliern
trinken, nochdenkn manchmoi wanan
und schene frauen zum tanzn führn

es is immer nur wos es grad is
es is net weniger und a net mehr
wir können wünschen, hoffen, jammern
mehr als grad is, gibts lebm net her

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